Praktische Einrichtungstipps: Warum Yin und Yang auch ohne Feng Shui wichtig sind

praktische Einrichtungstipps

Was genau ist das eigentlich, das einen Raum schön wirken lässt? Die schönen Möbel oder der Lichteinfall oder die Farben oder das Material oder die Haptik? Was sind die Do´s und Don´ts im Zusammenspiel der einzelnen Elemente? Wie genau bekommt man das hin, mit dem glücklichen Händchen für eine gelungene Kombination von allem?

Ein paar praktische Einrichtungstipps sollen im Folgenden zeigen, dass es durchaus ein paar Regeln gibt, mit welchen sich jede Einrichtung harmonisch und stimmig gestalten lässt!

Wenn philosophische Weisheiten bis auf die Raumgestaltung durchwirken

Ich bin weit entfernt davon eine Philosophin zu sein, aber es gibt schon ein paar philosophische Erkenntnisse, die ich in verschiedenen Lebensbereichen sehr plausibel und zutreffend finde. Eine solche Erkenntnis ist die von der Kraft der Gegensätze und dem Bestreben, diese in ein Gleichgewicht zu bringen.

Die Anwendbarkeit dieser „Regel“ ist schier unendlich: Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig essen. Nicht zu viel, aber auf jeden Fall auch nicht zu wenig Bewegung. Nicht zu viel, aber auf keinen Fall auch zu wenig Sonne, und und und…..

Und, oh Wunder, auch bei der Gestaltung von Räumen spielt das maßvolle Spiel mit Gegenpolen eine große Rolle. Wer in diesem Balance-Akt ein gutes Gleichgewichtsgefühl hat, dem geht die Einrichtung von Räumen, egal welcher Art, immer locker von der Hand.

Manche haben bei Einrichtungsfragen ein angeborenes Gefühl für die gute Abstimmung von Elementen zueinander. Andere eignen sich dieses Gefühl mit der Zeit an. Und noch andere haben über ihr ganzes Leben hinweg weder Interesse noch eine Wahrnehmung für solche Fragen der Raumgestaltung.

Im Folgenden möchte ich einfach mal ein paar der „Yin und Yang-Regeln“ zusammenfassen, die bei Einrichtungsfragen eine hilfreiche Orientierung geben können.

Einrichtungstipp

Warm und kalt ausloten

Materialien, Farben, Oberflächen nehmen viel Einfluss darauf, ob ein Raum eher warm oder kühl rüberkommt. Wer lackierte, glänzende Möbel mag, braucht einen warmen Gegenpol, wie z. B. einen tollen Holzfußboden. Das gleiche gilt für Beton. Ich bin totaler Beton-Fan:-) Aber ich glaube mit diesem kühlen, stumpfen Material funktioniert es in Wohnräumen nur, wenn mit anderen Elementen ein starkes Gegengewicht hergestellt wird. Holz und Beton ergeben wie ich finde z. B. ein wunderbares Zusammenspiel.

Farbliche Abstimmung

Farben machen unheimlich viel aus. Sie können laut und leise eingebracht werden. Dort wo man laute Töne anschlagen möchte, sollte man darauf achten, dass keine Überdosierung eintritt. Wer mal ein lautes Möbelstück in Szene setzen möchte, sollte darauf achten, dass die Gestaltung drum herum einen ruhigen Rahmen bilden kann.

Oft macht sich eine Einrichtung toll, wo die Möbel und flächigen Grundelemente eher in dezenten „Hintergrundfarben“ gehalten sind, um Wohnaccessoires oder Solitärstücken mit kräftigen Farben eine Bühne zu bilden. Wichtig bleibt immer, dass die Farben miteinander harmonieren und dass es insgesamt nicht zu bunt und damit für die Augen zu unruhig wird.

EinrichtungshilfeEs gibt tolle Einrichtungsbücher, in denen Farbfamilien gebildet werden, die ähnliche und auch konträre Farben in ein harmonisches Gesamtbild bringen. Damit kann man dann prima herumspielen und schauen welche Elemente die Rolle der Kontrastfarbe bekommen und welche in untereinander ähnlichen Tönen mitspielen.

Besonders „schiefe“ Bilder ergeben sich gern mal durch das Zusammenbringen von verschiedenen Holzarten / Holzverarbeitungen in einem Raum. Wer da denkt, er kann z. B. zwei verschiedene Holzarten zusammenbringen, Hauptsache sie sind beide hell (oder beide dunkel), wird oft feststellen müssen, dass das meist so gar nicht harmoniert. Manche helle Holztöne gehen z. B. leicht ins gräuliche, andere helle Holztöne eher ins gelbliche. Und diese beiden Sorten nebeneinander ergeben ein ziemliches Störbild;-)

Stilmix

Verschiedene Stilrichtungen miteinander zu kombinieren kann manchmal eine ganz schöne Herausforderung sein! Insgesamt sollte man immer aufpassen, dass nicht zu viele verschiedene Richtungen miteinander vermischt werden, da kann dann am Ende gern mal in Summe „stillos“ bei rauskommen.

EinrichtungstippsEs soll ja immer wieder Einrichter geben, die bestimmte Klienten ablehnen, weil diese unbedingt ein Potpourri von allem was gerade angesagt und teuer ist, verlangen. Woraus sich ein aus verschiedensten Stilen wild zusammengewürfeltes Bild geschmackloser Dekadenz ergeben würde – also eine einzige Rufschädigung für jeden, der als Einrichter etwas auf sich hält!

Aber es gibt durchaus Stilrichtungen, die sich mit vielen anderen gut vertragen. Ein gutes Beispiel dafür sind z. B. viele der Bauhaus Klassiker. Die schlichte Eleganz der geraden, funktionsgetriebenen Linien dieser Möbel macht sie fast zu Everybody´s Darling in Kombination mit anderen Richtungen.

Das harmonische Zusammenspiel von alten Klassikern mit aktuellen Designs z. B. junger skandinavischer Designer, kann man heute in unzähligen Wohnungen wiederfinden. Wobei die alten Klassiker und die Möbel des heutigen Contemporary Stils es auch sehr leicht miteinander haben – mit ihrem ähnlichen Bezug zu nüchternen, klassischen Formen für großzügige, offene Räume.

Möbeldichte – wieso, da ist doch noch Platz!

Großzügig ist ein gutes Stichwort! Während die einen darunter verstehen, dass Möbeln möglichst viel Raum drum herum gewährt werden sollte, meinen andere damit eine großzügige Anzahl von Möbeln, die in einem Raum untergebracht werden können.

Viele messen einen Raum aus und nehmen die Maße als Fläche, die am Ende vollständig mit Möbeln bedeckt sein sollte. Oder anders gesagt – viele vergessen, dass immer noch genügend Platz bleiben sollte, damit man sich ungehindert zwischen den Möbeln bewegen kann. Und manch einer wundert sich, dass das tolle Lieblingsmöbel im Geschäft irgendwie viel toller aussah als zu Hause. Was oft damit zusammenhängt, dass den Möbeln zu Hause nicht ausreichend „Wirkungsraum“ drum herum gewährt wird!

Also, im Zweifel ist weniger hier definitiv mehr! Wenn in einer Ausstellung alle Exponate eng zusammen gepfercht werden, verpufft die Wirkung jedes einzelnen Stückes. Möbel sind nun nicht immer unbedingt auch gleich Kunst, aber sie benötigen ähnlich viel Platz, im ihre volle Wirkung entfalten zu können!

Einrichtungstipp Accessoires

Deko – extrem gar nichts oder extrem zu viel?

Auch der Umgang mit dekorativen Elementen oder Wohnaccessoires kann gerne mal in die Extreme gehen: Entweder man sieht vor lauter Deko den Wald nicht mehr (Bling-Bling-Alarm), oder es gibt gar keine auflockernden Elemente die echtes Wohnen mit einer eigenen Note erkennen lassen.

Beides ist ziemlich unangenehm. Völlig überschmückte Wohnungen machen einen geradezu schwindelig, die Augen können wegen Reizüberflutung keine klaren visuellen Signale mehr senden und am Ende steht der Fluchtreflex. Und das andere Extrem ist auch nicht schön. Wenn es dann noch eine Wohnung im puristischen Stil, alles gelackt und kühl, keine dekorativen oder andere Spuren von Wohnen gibt, dann erscheinen Menschen in so einer klinisch reinen Umgebung beinah wie ein Fremdkörper!

Das goldende Mittelmaß würde ich hier als „eher wenig aber dafür originell und gut in Szene gesetzt“ definieren. Ich finde es immer wieder erstaunlich, was wenige aber fein eingesetzte Deko-Elemente an Wirkung für den Raum erzeugen können!


Wie ist es bei dir mit der Einrichtung, hast du auch bestimmte Regeln oder Muster, nach denen du vorgehst? Schreib mir doch gern einen Kommentar! Und wenn du Fragen hast – ich stehe dir jederzeit gern zur Verfügung.

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2 Comments

  1. Ein spannendes Thema mit der richtigen Balance Räume gut zu gestalten, mit den Punkten die du aufführst kann man da schon viel erreichen! Hab noch etwas herumgestöbert, das Thema Funktion frisst Optik bei Officemöbeln finde ich ebenfalls interessant und von dem Sofa als Raum hatte ich vorher noch nie was gehört;-)

    • Hallo Mary Jo, danke für deinen Kommentar, freut mich dass du hier etwas herumstöberst! Und nicht vergessen, wenn du Fragen oder Ergänzungen hast, melde dich jederzeit gerne wieder!

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